ZIGEUNER - SCHWEIZ

Jenisch

Gitannes - Suisse

gypsy - switzerland

gitanos - suizera

Der Weg ist Hoffnung, Hoffnung ist Gemeinsamkeit

 

Bulletin der Eidg. Kommission gegen Rassismus TANGRAM Nr. 3

Zigeuner — Tsiganes — Zingari

 

<Zigeuner> gilt oft als Schimpfwort, man spricht lieber von <Fahrenden>. Doch nur ein kleiner Bruchteil der Jenischen ist fahrend und Jenische sind nicht Roma. Es waren <Zigeuner>, die der EKR mitgeteilt haben, diese Bezeichnung als Überbegriff vorzuziehen, insbesondere da im Französischen und italienischen <Tsiganes> bzw. <Zingari> unproblematische Begriffe sind. 

Zigeuner gehören zu uns, seit es die Schweiz gibt. Trotzdem werden sie neben den anerkannten sprachlichen und den ausländischen Minderheiten kaum wahrgenommen. 

35‘OOO Jenische gibt es offiziell in der Schweiz, 5‘OOO davon würden gerne als Fahrende leben, etwa 500 sind, allen Widrigkeiten zum Trotz, tatsächlich einen Teil des Jahres mobil. Neben einigen weiteren Stämmen (Manusch) einheimischer gibt es seit jeher Gruppen durchziehender ausländischer Zigeuner, meist Roma. Seit dem Umbruch in Mitteleuropa sind sie zahlreicher geworden und prägen das Bild der Zigeuner in der Öffentlichkeit. Damit müssen sich auch vermehrt die einheimischen Zigeuner auseinandersetzen. 

Gegenüber den Jenischen steht die offizielle Schweiz nicht nur seit der unrühmlichen Aktion <Kinder der Landstrasse> in Schuld. Gegenüber den Fahrenden auch der ausländischen ist von den Sesshaften ein Minimum an Toleranz gefragt, um ihnen für ihre Lebensweise Nischen zu öffnen: durch Stand- und Durchgangsplätze. Arbeitsbewilligungen und Schulplätze für Kinder. 

Diese Nummer von TANGRAM will nicht primär in die Vergangenheit blicken, obwohl diese die Gegenwart allzuoft noch schmerzhaft prägt (M. Roselli). Wir wollen Hoffnung wecken durch Hinweise auf konkrete Aktivitäten auf allen Ebenen (Interviews mit M. Bittel und R. Huber, C. Hofmann, A. Pedrazzini, 5. Golowin, A. Sancar-Flückiger) einen Blick über die Grenze werfen (C. Cahn, J.P. Liégeois) und auf den reichen kulturellen Beitrag der Zigeuner hinweisen (S. Laedrich). 

Im <Forum> stellen aktive Zigeuner-Organisationen sich selber vor. 

TANGRAM erscheint zweimal im Jahr, jeweils jm Herbst und im Frühling. Es richtet sich an jene, die mit der Umsetzung antirassistischer Massnahmen zu tun haben, aber auch an alle weiteren interessierten Personen und Organisationen.

 TANGRAM bietet der Eidg. Kommission gegen Rassismus die Möglichkeit, ihre Arbeit einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mit sachbezogenen Artikeln zu Schwerpunktthemen will TANGRAM zur Diskussion und zur Meinungsbildung beitragen und Informationen im weiteren Umfeld des Themas Antirassismus bereitstellen.

 TANGRAM ist kostenlos, interessierte schicken eine schriftliche Bestellung an: 

EKR, GS­EDI, 3003 Bern (Fax: 031 322 44 37).

Bulletin der schweizerischen Kommission gegen Rassismus (Original)

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überarbeitet am: 1.12.2005